"Zuversicht sollte immer Vorfahrt vor Zweifel genießen"
Gestern war ich morgens zum Gottesdienst in der St. Columba's Church, die mir Philip (der Student aus Aberdeen, den ich ein paar Tage vor meinem Abflug in Jena getroffen habe) empfohlen hat. Ich habe etwa eine Stunde gebruacht, um dorthin zu kommen. Das liegt zum einen daran, dass der Weg wirklich lang ist, aber gestern hat es nicht geregnet, da war das nicht so schlimm. Aber dazu ist es in einem Teil von Aberdeen, in dem ich noch nie war. Was passiert mit Franzi also: Sie verläuft sich. Ich war irgendwann im Industriegebiet und hatte eigentlich den Gedanken, dass ich jemals ankomme, schon aufgegeben, als ich plötzlich in der richtigen Straße stand. Und es war einfach ein toller Gottesdienst. Vom Stil her so ähnlich wie unsere Oase (wer die kennt). Die Gemeinde ist sehr durchwachsen: Jüngere Leute in meinem Alter, Familien, auch mit kleinen und größeren Kindern und auch ältere Leute. Das hat mich sehr beeindruckt. Einige Unterschiede sind mir gleich aufgefallen: Zum Singen wird IMMER aufgestanden, zum Lesen der Bibel NIE. Sehr interessant. Jedenfalls hatte ich vorher mit Gavin geschrieben, dem Bruder von Philip, und dadurch habe ich hinterher gleich ganz viele von den jüngeren Leuten kennengelernt und sie haben mich direkt zum Mittag Essen eingeladen. Ich habe Ruth gefragt, ob sie das öfters machen (zusammen Mittag esse) und sie hat gesagt, dass fast immer irgendjemand was macht und dann ein paar dort hingehen. Das fand ich eine wirklich tolle Idee. Und so sind wir also zu Jeena und es war wohl das erste Mal hier, dass ich mehr als 2 Stunden am Stück Englisch gehört habe. Ich habe gemerkt, dass ich zwischendurch mich auch nicht mehr auf alles konzentrieren konnte, vor allem, wenn alle durcheinander reden. Aber es war einfach schön, so direkt in die Gruppe aufgenommen zu werden. Jedenfalls war es einfach ein schöner Tag.
Ich hab abends noch ein bisschen für Literatur gelesen. Ich habe das wohl langweligste Buch entdeckt, das ich jemals gelesen habe (aber vielleicht geht mir sein Sinn ja noch auf): Es Pfarrer schreibt über die 40 Jahre siener Amtszeit für jedes Jahr auf, was in seinem Gemeindebezirk passiert. Einige Kostproben: Ein neues Schulgebäude wird gebaut, die Gans wird operiert, der Ast, an dem die Kirchglocke hängt, bricht ab. Ja, so spannend in etwa. Zugegeben, es gibt auch ein paar interessantere Geschichten dazwischen, aber das ist mehr die Spannung in der Verzweiflung. (BTW: Das Buch heißt "Annals of the Parish", falls sich jemand dafür interessiert).
Kennt ihr das: Es gibt Tage, die fangen schlecht an und gehen genauso weiter. Heute ist so einer. Er kann nur besser werden: der Mürrische Montag. Er begann damit, dass mein Wecker sich auf wundersame Weise wieder umgestellt hat. Jetzt ging er scheinbar nach Minsk. Das habe ich aber nicht gemerkt. Das heißt, ich bin eine Stunde zu früh aufgestanden (von dem Trip, sich nach Berlin zu stellen, habe ich ihn ja nicht herunterbekommen). Dann hat es gesschifft, wie aus Eimern. Das Problem daran: Abflüsse scheinen hier relativ zu sein: sobald es regnet, stehen die Wege unter Wasser. Man sollte von einer Inselstadt wohl etwas anderes erwarten, aber vielleicht haben sich die Bewohner auch einfach daran gewöhnt. Ich wollte mit dme Bus fahren, aber der fuhr so, dass ich es nicht mehr pünktlich zur Vorlesung geschafft hätt. Also: Doch Laufen. Ich bin also durch dne Regen gestapft (zum Glück hatte ich einen Regenschirm mitgenommen). Ich kam an und musste herausfinden, dass in dem Raum, in dem wir haben sollten, niemand ist. An dieser Stelle kommt wieder mein zickiger Wecker ins Spiel. Ich hatte ja nicht gemerkt, dass ich eine Stunde zu früh aufgestanden war. Irgendwann merkte ich das und wurde langsam etwas ungehalten. Was macht also eine Stunde lang. Zurück lohnte sich nicht, Bibliothek hat noch nicht offen, also: Kaffee. Unser Super-Duper cooles Café im Hub (das Zentrum für alles) hatte noch zu, also bin ich nochmal durch den Regen gestapft und hab ein Café gesucht, das offen war. Am ende hatte ich zumindest einen Kaffee (das hat schonmal geholfen). Die Vorlesung war auch echt gut. Aber danach wollte ich nun wirklich Bus fahren. Dieser Bus fuhr mir vor der Nase weg. Um es zusammenzufassen: es hat dann irgendwann angefangen zu schneien. Ich war diesmal eisern und habe den nächsten abgewartet, während ich in der Uni-Bücherei war und bin zumindest halbwegs trocken wieder angekommen.
Und all das erklärt wohl den deprimierten und deprimierenden Ton meines Eintrags.
Aber um es etwas positiver zu beenden, ein paar Bilder von meinem Strandbesuch am Samstag (wo noch wunderschönes Wetter war)
Hach ja, das war toll!!!
Ich vermisse euch auch alle ganz sehr und schicke ganz viele Grüße und Küsse...
maus,
AntwortenLöschendas is der strand...ich glaub da geh ich jeden tag hin,das hat ja was von mittelmeer...wenns wärmer wär :0)
ich hoffe das schneien hat mittlerweile aufgehört,dass fänd ich sonst gaaaaanz doof.
freu mich schon gaaanz dolle,bis in 2,5 wochen!
hab dich lieb
ich will auch dahin!!!!!!!!!!!!
AntwortenLöschenich möchte da auch mal hin, wann ?????
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