Sonntag, 27. Februar 2011

Nicole ist da!

Nicole ist da! Gestern vollständig und mit allem Zubehör angekommen :D Das heißt, überraschenderweise ist auch das Gepäck mitgekommen und angekommen! Aber sie war dann so fertig, dass wir nur noch kurz am Strand waren und sie dann schlafen gegangen ist. Dabei ist auch obenstehendes Bild von jetzt wirklich "Franzi in Aberdeen" entstanden. Da es aber doch nicht so toll ist, wird es bald ersetzt.
Ich hab sie sogar in meinem Pappkarton von Zimmer mit untergebracht. Auf drei Schlafsäcken und einer Decke. Mal sehen, ob sich das als schlafbar auf Dauer einstufen lässt.
So, wir gehen jetzt erstmal auf kleine Touritour. Und genießen den wunderschönen blauen Himmel und den Sonnenschein! Gestern hatten wir 12°C hier. Hahahaha

Donnerstag, 24. Februar 2011

hm.... mir fällt gerade kein titel ein...

"Je schöner sich eine Blüte entfaltet, desto mehr Sonne fängt sie ein."

Nachdem das Turnier am Sonntag volleyballtechnisch ein Desaster für mich war, war das Training ab Dienstag dafür umso besser. Wir haben viel gespielt und es war total entspannt. Dadurch beginne ich jetzt endlich mal durch das System besser durchzuschauen. Ich weiß jetzt, was ich tun muss, wenn ich links spiele. :D Und wir meine Mannschaft hat 3 von 4 Sätzen gewonnen (und in der anderen war der Trainer!)*strahl*

Darüber hinaus koche ich zur Zeit unglaublich viel. Ich hab mich jetzt für die Vegetable bag co. angemeldet. da bekommt man jeden Dienstag einen riesen Beutel voll mit allem möglichen Gemüse von Bauern aus der Region. Danach hatte ich dann also ein Überangebot an Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren und außerdem so "exotische" Sachen wie Ingwer und eine rohe Knolle Rote Bete (Ich bin schon ganz stolz, dass ich es identifizieren konnte ;). Also muss ich das naürlich verarbeiten. Die Rote Bete wurde zum Salat, die Kartoffeln zu allem, was man aus Kartoffeln machen kann: Suppe, Puffer, Auflauf.... (Ja, nach einer Woche Reis ist jetzt das Nachtschattengewächs dran...) Nur beim Ingwer bin ich noch ratlos. Jedenfalls habe ich also dabei beim Einkaufen jetzt festgestellt, was es hier alles nicht gibt. Meine Top 5 an Dingen, die ich wirklich vermisse:
Platz 5: Quark
Platz 4: Apfelmus
Platz 3: Kräuter-Tee
Platz 2: eine anständige Auswahl an Früchtetee
Platz 1: Mischbrot und wir reden dabei nicht von dunklem Brot, nur NORMALES Brot!

Die letzten beiden Nächte waren kurz. Ich habe beide Male bis halb 2 gelesen, weil ich meine Lektüre für den nächsten Tag noch nicht gelesen hatte und natürlich eine vorbildliche Studentin bin. Gestern abend quälte ich mich also noch durch 36 Seiten eines Artikels, den wir heute im Seminar diskutieren sollten. Ich war auch Feuer und Flamme ihn zu diskutieren, denn ich fand ihn sehr.... diskutabel. Ich quäle mich also um 8 aus dem Bett, gehe zu meinem Seminar, nur um festzustellen, dass aus meinem gesamten Kurs höchstens 3 (mit mir) das gelesen haben und wir deshalb das gesamte Seminar damit verbringen, den Text zusammenzufassen. Und dann bei einem wirklich inkompetenten Tutor (dagegen ist Dr. Schäfer wirklich gut!). Jedenfalls hat das meine Laune für den Morgen doch etwas gelegt. Aber ab nächste Woche haben wir einen anderen Tutor und ich hoffe, dass das dann einfach besser wird.

Heute abend wieder Volleyball (mit Mannschaftsfoto!!) und dann kommt am Samstag auch schon die Nicole!!!

Dienstag, 22. Februar 2011

Sonnenschein!!

"Das Wunder des Regenbogens entsteht, wenn es regnet und die Sonne trotzdem scheint."

Heute hat tatsächlich nach über einwöchiger Abwesenheit mal wieder die Sonne geschienen. Es war strahlend blauer Himmel. Das war wirklich toll. Meine Mitbewohnerin hat sich durch ihr offenes Fenster gesonnt und dabei einen Sonnenbrand bekommen. Es sind zwar trotzdem nur so 5 Grad gewesen, aber die Leute haben hier echt angefangen die kurzen Hosen rauszuholen. Das ist mir dann doch noch ein bissl kalt.
Ansonsten kämpfe ich gerade mit meinem Essay-Thema für "Language Acquisition". Meine Dozentin hat mir jetzt erklärt, dass das Thema, was ich mir jetzt ausgedacht habe, zu weit vom Thema der Veranstaltung weg ist (was ich mir schon fast gedacht habe). Das Problem ist nur, dass ich den Essay nächste Woche abgeben muss und da ist Nicole da. Das heißt, ich wollte ihn eigentlich diese Woche schreiben. Alles etwas chaotisch. Aber ich schaffe das. Bei blauem Himmel geht alles... :D

Montag, 21. Februar 2011

Volleyball, Haggis...

"Seitdem, ich nichts erwarte, geschehen viele Wunder, die ich bisher übersah."

Gestern hatten wir mit der Volleyballmannschaft ein Turnier um den Universitäts-Volleyballcup in Schottland. Ich habe ziemlich lange überlegt, ob ich mitgehe oder nicht. Denn es ist ein Sonntag und es tut mir immer weh, nicht zum Gottesdienst gehen zu können, weil ich merke, dass ich das echt brauche. Außerdem war mir klar, dass ich nicht groß spielen werde, weil ich einfach nicht gut bin, in unserer Mannschaft einige richtig bombastisch gute Spielerinnen sind und ich einfach durch das ganze Spielsystem noch nicht ganz durchblicke. Aber ich habe dann gedacht, dass ich wohl im restlichen Semester nie wieder so eine Möglichkeit habe, um auch in Kontakt zur Mannschaft zu bekommen. Und es ist einfach eine Sache, die sehr verbindet. Letztes Jahr hat unsere Uni den Cup gewonnen, also wusste ich, dass es auf jeden Fall spannend wird. Der Cup ging um 9.30 los und ging bis 18.00 Uhr. Also, wirklich lange. Ich durfte dann immer Linienrichter spielen und bei unserer Mannschaft anfeuern. Ich bin sogar einmal dabei gewesen für etwa 2 Minuten. Aber ich wusste wirklich überhaupt nicht, was ich machen sollte. Alle haben versucht, mir zu erklären, was meine Aufgabe ist und wo ich hin soll, aber während des Spiels geht das einfach schwer. Deshalb war ich auch nicht böse, als mich der Trainer rausgenommen hat. Ich werde einfach noch ein bisschen Zeit brauchen, um das alles zu verstehen. Aber ich merke jetzt schon, dass ich in der Mannschaft beim Training die Möglichkeit habe, mich wirklich zu verbessern, vor allem taktisch. Deshalb gehe ich gern hin. Und es war einfach auch nett, mit den Leuten sowas zu teilen. Wir sind am Ende 3. geworden. Wir haben uns etwas geärgert, dass wir im Halbfinal verloren haben, weil wir die Mannschaft (lt. unserem Trainer) hätten schlagen können. Aber es war auf jeden Fall gute Stimmung.
Danach sind wir noch in eine Bar und haben ein Pint (Bier) getrunken und was gegessen. Und da lachte mich doch der Haggis dann endlich und ich dachte mir, dass das der perfekte Tag ist, endlich einen Haggis zu probieren und somit einen Punkt von der "Was ich in Schottland unbedingt machen möchte"-Liste zu streichen. Antje hat sich mir angeschlossen. Sehr spannende Geschichte. Mit dem Haggis kam Whisky-Soße (die allerdings nicht sehr nach Whisky geschmeckt hat, aber super lecker war), Kartoffelbrei (mit Wasser statt Milch und ohne Salz) und Möhrenbrei (ebenfalls ohne Salz). Der Haggis schmeckt eben wie Innereien (v.a. nach Niere) und Blutwurst. Dann ist da aber noch Hafer mit drin, d.h. er hat so eine körnige Konsistenz. Eigentlich essbar. Es ist auf jeden Fall nicht so ekelhaft wie es klingt. Und vor allem mit der Whisky-Soße hervorragend. Aber er war absolut überwürzt, vor allem mit Pfeffer. Ich weiß nicht, ob dem Koch das Pfefferfass da rein gefallen ist, aber es war richtig scharf! Ich habe dann also festgestellt, dass man das essen kann, aber nicht muss.
Im Großen und Ganzen also ein netter Tag. Am Abend hab ich dann beim Twitter-Lesen gesehen, dass Simon Mirren, einer der Autoren von Criminal Minds, die Show verlassen wird. Das ist sehr traurig, weil er einer der besten Schreiber dort war und wirklich die besten Folgen geschrieben hat.
Ich war dann jedenfalls so erledigt, dass ich um halb 10 ins Bett bin und geschlafen hab, wie ein Murmeltier. Jetzt tun mir hauptsächlich die Hände weh, weil ich gestern so viel geklatscht habe und die Füße, weil ich so viel gestampft habe. Was man nicht alles für seine Mannschaft tut.... :D
Love to you all...

Dienstag, 15. Februar 2011

die kleinen Dinge...

"Wage es, dort weiterzugehen, wo die ausgebauten Wege zu Ende sind."

Ich habe gerade ein wunderbares Abendessen genossen, von mir selbst gezaubert. Da ich gestern Reispfanne gemacht habe, und es dabei mit Reis kochen etwas übertrieben habe (Die Tüte ist mir aus der Hand gerutscht), habe ich jetzt Unmengen Reis, die es zu verarbeiten gilt. Also habe ich heute eine gewagte Mischung probiert: Kartofflepuffer aus Reis und Karotten (statt Kartoffeln). Das an sich schmecht ziemlich fad. Nach Kartoffelpuffern mit Reis und Karotten eben. Aber dann habe ich mir eine Tomaten-Joghurt-Sahne-Soße gemacht. Und es war eines der leckersten Sachen, die ich je gemacht habe. Kann ich sehr empfehlen!

Es sind zur Zeit vor allem die kleinen Dinge, die mich ermuntern. Ich bin zur Zeit etwas down. Ich kann nicht so richtig sagen, warum, aber ich denke, ich vermisse einfach meine gewohnte Umgebung, meine Freunde und Familie. Nicht, weil es hier so schrecklich ist und die Leute nicht nett, sondern einfach weil jetzt die erste Aufregung vorbei ist. Ich merke, dass ich doch - obwohl ich es mir 100% anders vorgenommen habe - immer mit den Deutschen zusammenhänge. Die sind super nett und ich bin total froh, dass sich die Clique so gebildet hat, aber es ist eben nicht das, was ich hier eigentlich wollte. Dazu hat es im Prinzip die letzten 4 Tage geregnet. Das würde an sich gehen, wenn es jetzt aufhören würde, aber das tut es nicht. Und es soll so wohl auch die restliche Woche weitergehen. Also tue ich so, als gäbe es keinen Regen, spanne trotzig meinen Schirm auf oder geh eben im Regen joggen. Da freue ich mich dann auch unglaublich daran, dass es genau dann aufhört zu regnen, wenn ich zum Gottesdienst gehe und davon wieder heimgehe (Insbesondere da ich meinen Regenschirm vergessen habe!).

Langsam rücken auch die ersten Arbeiten näher. Nächste Woche muss ich meinen ersten Essay für schottische Literatur abgeben. Und da danach Nicole kommt und ich direkt nach ihrem Besuch den nächsten Essay abgeben muss, werde ich wohl die nächsten zwei Wochen in der Bibliothek verbringen.

Ansonsten ist nicht so super viel passiert. Am Sonntag waren wir zu einem Valentines Pub Quiz. Da wir eine rein deutsche Gruppe waren, hatten wir im Prinzip keine Chance. Wir haben uns "the Cranberries" genannt und haben dann zu jeder Frage, zu der wir keine Antwort wussten, einen Cranberries-titel geschrieben. Wir wussten viele Antworten nicht. Am schlechtesten waren wir in Gossip (Klatsch & Tratsch). Da htten wir von zehn Fragen keine richtig (woher sollen wir wissen, wer Pop Idol in der UK gewonnen hat?). Aber es war lustig.

Soweit aus Scotland. Ich hoffe, euer Wetter ist besser.... :D

Freitag, 11. Februar 2011

Die Irrwege meines Weckers

"Bewundern und Staunen halten das Herz offen."

Ich weiß, es muss euch mittlerweile nerven, aber mein Funkwecker fasziniert mich immer wieder. Er war ja etwas verwirrt von meinem Standortwechsel und hat sich partout geweigert, die deutsche Zeit aufzugeben, um dann ganz plötzlich in die weisrussiche zu wechseln. Jedenfalls stelle ich mir mittlerweile mein Handy (das gehorcht nämlich nur mir und keinen dubiosen Funksignalen). Gestern morgen hat mein Wecker dann alles gesprengt. Als ich um 8 aufgestanden bin, zeigte er mir 4 uhr. Nachmittags! Also in etwa Japan. Bald sind wir bestimmt in Amerika angekommen. Der Knüller aber: In meinem Verusch, ihn doch zu erziehen, wollte ich ihn wieder stellen. Das allererste was man einstellen muss, ist das Jahr. Und - oh, Überraschung - ich hatte einen spontanen Zeitsprung hingelegt. Ich befand mich im Jahr 2062. Absolut fasziniert von den Gaben meines Weckers lasse ich ihn jetzt machen, was ich will und benutze mein Handy als Uhr.

Ok, zurück zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens....
Mittlerweile stellt sich hier so etwas wie Alltag ein, d.h. ich verbringe mehr Zeit am Schreibtisch und weniger Zeit im Pub... :D

Am Dienstag war ich wieder beim Volleyball und wurde Zeuge eines interessanten Vorfalls: Nach etwa einer von zwei stunden ertönte in der Halle ein lautes Piepsignal und eine nette weibliche Stimme bat uns, die Halle "geordnet und ruhig zum nächsten Ausgang" zu verlassen, weil ein Notfall eingetreten war. Wir standen ersteinmal ein wenig verwirrt da, nahmen dann doch unsere Sachen und spazierten nach draußen (es war kalt!). Dort standen wir dann etwa eine viertel Stunde umher. Die Feuerwehr kam nach etwa 5 minuten, aber so schnell wie die sich bewegten, konnte es gar kein feuer sein, weil sonst wäre die Halle schon längst abgebrannt. Jedenfalls wurde uns irgendwann erklärt, dass es ein Problem mit dem Notfallsignal gibt und dass das erst behobe werden muss. Wir durften unsere Sachen noch holen und dann gehen. Also, sind wir in den Pub. Die Mannschaft trifft sich dort immer noch und trinkt was zusammen. Das war recht lustig, wenn auch immer recht kurz, denn hier schließen die Pubs Punkt 12. Und man wird dann auch förmlich rausgeschmissen.

Am Mittwoch war ich zum Celtic Dancing, um beim nächsten Ceilidh wie ein Profi auszusehen. Ich habe auch manche Tänze wiedererkannt und diesmal sogar verstanden.
Nachmittags war German Society, d.h. eine Gruppe für alle, die interessiert sind an deutscher Sprache und Kultur. Das bin ich definitiv. Insbesondere gibt es dort jeden Mittwoch kaffee und Kuchen und da kann ich ja nicht Nein sagen. Da haben wir ein paar Leute getroffen, die Deutsch studieren. Sie haben dann also Deutsch sprechen geübt und wir haben Englisch sprechen geübt, aber am Ende sind wir doch immer wieder bei einer einzigen Sprache gelandet. Aber es war schon interessant das zu sehen und zu vergleichen. Ich hatte schon das Gefühl, dass sie sich mehr abmühen als ich mit Englisch, obwohl sie genauso lange deutsch haben wie ich Englisch. Aber vielleicht ist deutsch wirklich schwerer.

Man sieht jedenfalls, dass ich mehr unterwegs in Societies bin, als in der Uni. Aber der Schein trügt. Ich bin immer noch fleißig am Lesen. Ich habe das langweiligste Buch meines Lebens geschafft (es war langweilig bis zum Ende, aber ich komme doch langsam dahinter, warum es nach 200 Jahren immer noch gelesen wird) und werde wohl jetzt meinen ersten Essay (Aufsatz) darüber schreiben. Außerdem plane ich zur Zeit (zumindest theoretisch) Nicoles Beusch hier. Sie kommt am 26.Februar und bleibt 10 Tage. Darauf freue ich mich schon total! Wir wollen am Wochenende ein bisschen umherfahren und uns was schönes anschauen und in der Woche halt hin und wieder was Tolles machen.

Ein wunder-netten Gruß nach Deutschland.....

Montag, 7. Februar 2011

Super Sonntag und Mürrischer Montag

"Zuversicht sollte immer Vorfahrt vor Zweifel genießen"

Gestern war ich morgens zum Gottesdienst in der St. Columba's Church, die mir Philip (der Student aus Aberdeen, den ich ein paar Tage vor meinem Abflug in Jena getroffen habe) empfohlen hat. Ich habe etwa eine Stunde gebruacht, um dorthin zu kommen. Das liegt zum einen daran, dass der Weg wirklich lang ist, aber gestern hat es nicht geregnet, da war das nicht so schlimm. Aber dazu ist es in einem Teil von Aberdeen, in dem ich noch nie war. Was passiert mit Franzi also: Sie verläuft sich. Ich war irgendwann im Industriegebiet und hatte eigentlich den Gedanken, dass ich jemals ankomme, schon aufgegeben, als ich plötzlich in der richtigen Straße stand. Und es war einfach ein toller Gottesdienst. Vom Stil her so ähnlich wie unsere Oase (wer die kennt). Die Gemeinde ist sehr durchwachsen: Jüngere Leute in meinem Alter, Familien, auch mit kleinen und größeren Kindern und auch ältere Leute. Das hat mich sehr beeindruckt. Einige Unterschiede sind mir gleich aufgefallen: Zum Singen wird IMMER aufgestanden, zum Lesen der Bibel NIE. Sehr interessant. Jedenfalls hatte ich vorher mit Gavin geschrieben, dem Bruder von Philip, und dadurch habe ich hinterher gleich ganz viele von den jüngeren Leuten kennengelernt und sie haben mich direkt zum Mittag Essen eingeladen. Ich habe Ruth gefragt, ob sie das öfters machen (zusammen Mittag esse) und sie hat gesagt, dass fast immer irgendjemand was macht und dann ein paar dort hingehen. Das fand ich eine wirklich tolle Idee. Und so sind wir also zu Jeena und es war wohl das erste Mal hier, dass ich mehr als 2 Stunden am Stück Englisch gehört habe. Ich habe gemerkt, dass ich zwischendurch mich auch nicht mehr auf alles konzentrieren konnte, vor allem, wenn alle durcheinander reden. Aber es war einfach schön, so direkt in die Gruppe aufgenommen zu werden. Jedenfalls war es einfach ein schöner Tag.

Ich hab abends noch ein bisschen für Literatur gelesen. Ich habe das wohl langweligste Buch entdeckt, das ich jemals gelesen habe (aber vielleicht geht mir sein Sinn ja noch auf): Es Pfarrer schreibt über die 40 Jahre siener Amtszeit für jedes Jahr auf, was in seinem Gemeindebezirk passiert. Einige Kostproben: Ein neues Schulgebäude wird gebaut, die Gans wird operiert, der Ast, an dem die Kirchglocke hängt, bricht ab. Ja, so spannend in etwa. Zugegeben, es gibt auch ein paar interessantere Geschichten dazwischen, aber das ist mehr die Spannung in der Verzweiflung. (BTW: Das Buch heißt "Annals of the Parish", falls sich jemand dafür interessiert).

Kennt ihr das: Es gibt Tage, die fangen schlecht an und gehen genauso weiter. Heute ist so einer. Er kann nur besser werden: der Mürrische Montag. Er begann damit, dass mein Wecker sich auf wundersame Weise wieder umgestellt hat. Jetzt ging er scheinbar nach Minsk. Das habe ich aber nicht gemerkt. Das heißt, ich bin eine Stunde zu früh aufgestanden (von dem Trip, sich nach Berlin zu stellen, habe ich ihn ja nicht herunterbekommen). Dann hat es gesschifft, wie aus Eimern. Das Problem daran: Abflüsse scheinen hier relativ zu sein: sobald es regnet, stehen die Wege unter Wasser. Man sollte von einer Inselstadt wohl etwas anderes erwarten, aber vielleicht haben sich die Bewohner auch einfach daran gewöhnt. Ich wollte mit dme Bus fahren, aber der fuhr so, dass ich es nicht mehr pünktlich zur Vorlesung geschafft hätt. Also: Doch Laufen. Ich bin also durch dne Regen gestapft (zum Glück hatte ich einen Regenschirm mitgenommen). Ich kam an und musste herausfinden, dass in dem Raum, in dem wir haben sollten, niemand ist. An dieser Stelle kommt wieder mein zickiger Wecker ins Spiel. Ich hatte ja nicht gemerkt, dass ich eine Stunde zu früh aufgestanden war. Irgendwann merkte ich das und wurde langsam etwas ungehalten. Was macht also eine Stunde lang. Zurück lohnte sich nicht, Bibliothek hat noch nicht offen, also: Kaffee. Unser Super-Duper cooles Café im Hub (das Zentrum für alles) hatte noch zu, also bin ich nochmal durch den Regen gestapft und hab ein Café gesucht, das offen war. Am ende hatte ich zumindest einen Kaffee (das hat schonmal geholfen). Die Vorlesung war auch echt gut. Aber danach wollte ich nun wirklich Bus fahren. Dieser Bus fuhr mir vor der Nase weg. Um es zusammenzufassen: es hat dann irgendwann angefangen zu schneien. Ich war diesmal eisern und habe den nächsten abgewartet, während ich in der Uni-Bücherei war und bin zumindest halbwegs trocken wieder angekommen.

Und all das erklärt wohl den deprimierten und deprimierenden Ton meines Eintrags.

Aber um es etwas positiver zu beenden, ein paar Bilder von meinem Strandbesuch am Samstag (wo noch wunderschönes Wetter war)

Hach ja, das war toll!!!
Ich vermisse euch auch alle ganz sehr und schicke ganz viele Grüße und Küsse...

Samstag, 5. Februar 2011

Ceilidh

"Betrachte deine Visionen als eine  Fackel - sie spenden dir Licht und Wärme auf deinem Weg."

Gestern abend war ein Ceilidh [sprich: Keyli]. Das ist sozusagen ein schottisches Beisammensein mit Tanzen und Essen und Trinken und Spaß haben. Das scheinen hier an der Uni immer mal wieder verschiedene Gruppen zu veranstalten. Jedenfalls waren wir alle recht gespannt. Und wir wurden auch kaum enttäuscht. Es hat eine kleine Combo gespielt mit einer Fiddel-Violine. Ich war total begeistert von ihr. Und die hat uns auch (in breitem Schottisch!) erklärt, was wir wie tanzen müssen. Ergebnis Nr 1: Als Schotte braucht man eine gute Kondition! Diese Tänze können einen fertig machen. Sie sind ein bisschen, wie die Mittelaltertänze mit Gassen oder ganz vielen Paaren im Kreis, aber mit ganz viel Hüpfen und Springen. Wenn man die Schritte nicht ganz verstanden hat, dann ist man einfach ein bisschen rumgehüpft. Aber letztlich haben wir so ziemlich den ganzen Abend getanzt. Zwischendurch gab es traditionell schottisches Essen. Ich würde jetzt gern sagen, dass ich meinen ersten Haggis hatte, aber es war leider nur Fleich mit Kartoffeln und Käsemakaroni. Dafür gab es einen "wee dram" (einen kleinen Schluck) Whisky. Bis zum letzten Tanz haben mir so die Füße weh getan, dass ich meine Schuhe dann doch ausgezogen habe. Am Ende wurde "Auld Lang Syne" von Robert Burns gesungen und am Ende wie verrückt durch die Gegend gesprungen. Definitiv nichts für Leute mit Platzangst und total verrückt. Aber es war echt ein toller Abend.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Bald Wochenende

"Man muss nicht unbedingt Großartiges unternehmen, um Großartig zu leben."

Heute gibt es mal ein paar Bilder von unserer wunderbaren Uni. Ich war sehr beeindruckt. Die Uni ist von den Gebäuden her etwa so groß wie Jena, vielleicht etwas kleiner (wenn man die ganzen Super-Spezi Gebäude in Lobeda, Nord und sonstwo rausnimmt). Nur alles auf einem Haufen. Man kann sich hier stundenlang auf dem Campus verlaufne (Vor allem ich!) Und am schönsten ist wohl das King's College, der älteste Teil der Uni. Man fühlt sich, als wäre man in Hogwarts.

Und gleich dahinter ist bestimmt irgendwo die große Halle....
Ja, verlaufen kann man sich da drin auch. Heute bin ich zu spät zum Seminar gekommen, weil wir den Raum nicht gefunden habe. Es gibt so ca. 10 Eingänge und meist kommt man zu einem anderen raus als man rein ist....
Heute wurde die Stadt zusammengeweht und -geregnet, sodass ich mich nicht getraut habe zum Volleyball zu gehen, weil ich ernsthaft Angst haben musste, weggeweht zu werden. Dafür habe ich die Bibliothek kennengelernt. Das war fast wie nach Hause kommen. Da werde ich wohl öfter hingehen. 
Ich darf und werde jetzt also mein Seminar in Schottischer Literatur belegen. Ich denke, dass ich mir das als Erasmus-Student leisten kann. Ich habe also in der Bibliothek auch gleich die Lektüre dafür ausgeliehen:
Und das ist noch nicht alles. Da fehlen noch zwei oder drei...
Damit ist wohl auch klar, womit ich mein Wochenende verbringen werde: Lesen..... Aber ich will endlich mal ans Meer schauen und am Sonntag in den Gottesdienst gehen und mal die erste Gemeinde auschecken.

Ich freue mich, wie immer, sehr über Kommentare. Wer nicht genau weiß, was er machen muss: Rechts --> gibt es unter der Adresse eine etwas detailliertere Erklärung. Ihr müsst euch auf jeden Fall NICHT anmelden!!!

hugs and kisses!!! (Umarmungen und Küsse!!!)

Mittwoch, 2. Februar 2011

Eine halbe Woche geschafft

"Liebe hat nichts mit Vernunft zu tun - und doch ist sie das Vernünftigste im Leben!"

Nun ist es schon Mittwoch und irgendwie kommt es mir langsam so vor, als wäre ich schon viel länger hier. Es ist so viel passiert, dass ich hier nicht alles hinschreiben kann, weil es einfach zu lang wäre. Ich hatte gestern meine erste Veranstaltung in Schottischer Literatur. Auf die habe ich mich sehr gefreut, weil es eine meiner Hauptgründe war, nach Aberdeen zu gehen. Ich wurde dann etwas desillusioniert. Die Vorlesung war super interessant. Es ging um die schottische Geschichte und der Dozent hat uns erklärt, wie sich die Geschichte in der Sprache, insbesondere in diesem Spannungsfeld zwischen Gälisch und Englisch widerspiegelt. Am Ende haben wir uns schottische Gedichte bis zum 18. Jh. angeschaut und da habe ich z.T. nicht viel verstanden. Und wir haben eine immense Lektüreliste (Da ist Literatur bei Dr. Mattern ein Scheißdreck dagegen) und müssen ein Haufen Zeug für unsere Note machen. Zur Zeit bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich den Kurs wirklich mache.

Heute musste ich auch einen Sprach- und Literaturtest schreiben. Wenn ich den bestehe, kann ich an Kursen im 3. Level teilnehmen (wo alle meine Kurse derzeit sind :p). Wir mussten ein Gedicht interpretieren (schottisch!), aber es war nicht so schlimm. Ich hoffe, dass ich das bestanden habe. Ansonsten würde ich schon ein bissl an mir zweifeln. Danach entscheide ich dann, ob ich meinen Kurs weitermache oder nicht.

Gestern war ich beim Volleyballtraining. Es gibt einen Volleyballverein, der zu 50% aus Deutschen besteht. Der Rest sind Spanier, Türken, Polen und alle möglichen Austauschstudenten. Zwei Briten. War sehr lustig. Super anstregende (ich hab seit etwa einem Jahr nicht mehr gespielt) und heute tut mir jede Faser meines Körpers weh, vor allem die Oberschenkel. Aber ich werde dort definitiv mitmachen. Es waren alle super lieb. Die wpielen da alle in Vereinen zu Hause und ich kam mir ziemlich schlecht vor, aber alle waren total gedudldig und haben mir alles auch fünfmal erklärt. Wirklich bemerkenswert. Ich stand manchmal echt auf dem Schlauch!!

Ansonsten haben wir gestern eine Führung gemacht. Da habe ich noch Sandra kennengelernt. Sie ist aus Österreich und studiert dort auch Mathe und Englisch auf Lehramt. Sehr witzig. Und sie macht genau die gleichen Kurse hier, wie ich. Jedenfalls war es ganz nett mal einen Überblick zu bekommen. Jetzt weiß ich auch endlich, wo die Bibliothek ist. War sehr hilfreich.

Endlich habe ich auch meine Student ID.

Morgen gibt es dann hoffentlich ein paar Bilder von der Uni. Leider hat das heute nicht so funktioniert. Es ist ziemlich grau und wird wohl bald regnen. Immerhin: Das wäre der erste Regen, den ich mitbekomme. Bisher hat es höchstens mal nachts geregnet (Auf jeden Fall waren die straßen manchmal nass, aber ich hab nie was davon gesehen...)

Heute Nachmittag haben wir noch eine Infoveranstaltung zum Erasmus. Und heute Abend ist Jazzkonzert. Darauf freue ich mich schon. Ja, ich bin recht ausgebucht. Ich hoffe, dass ich am Wochenende mal dazu komme, zum strand zu gehen und vor allem mal was für meine Kurs zu machen. Das war bisher unmöglich.

Seid alle ganz lieb gedrückt.... und grüßt Deutschland von mir...